Günstigere Netznutzung ab April – aber nur mit Viertelstundenwerten

Ab 1. April 2026 können Verbraucher auf Netzebene 7 – also auf jener Niederspannungsebene, die praktisch alle Haushaltskunden nutzen – in den Mittagsstunden 20 Prozent der Stromnetzkosten sparen.

Voraussetzung dafür ist, dass die sogenannten Viertelstundenwerte aktiviert sind. Wer diese Funktion noch nicht freigeschaltet hat (bei Teilnahme einer Energiegemeinschaft oder Nutzung eines Spot-Tarifes beim Lieferanten geschieht das automatisch – muss sie beim Netzbetreiber aktivieren lassen, sofern dies nicht bereits automatisch erfolgt ist.

Der Netzrabatt beruht auf einer Verordnung der Energieregulierungsbehörde E-Control. Diese hat den sogenannten Sommer-Nieder-Arbeitspreis (SNAP) eingeführt, weil im Sommerhalbjahr rund um die Mittagszeit besonders viel Photovoltaik-Strom im Netz verfügbar ist. Mit dem Rabatt sollen Stromkunden motiviert werden, ihren Stromverbrauch verstärkt in die Zeit zwischen 10 und 16 Uhr zu verlagern, damit Stromerzeugung und Verbrauch besser zusammenpassen.

Geschirrspüler, Klimaanlage und E-Auto-Laden zu Mittag

Besonders gut lässt sich Stromverbrauch verlagern, indem bei Haushaltsgeräten wie Geschirrspüler, Waschmaschine oder Trockner die Zeitvorwahl genutzt wird. Auch Klimaanlagen können gezielt in dieses Zeitfenster gelegt werden. Das größte Sparpotenzial haben allerdings Haushalte mit Wärmepumpe zur Heizung oder Warmwasserbereitung sowie Besitzer von Elektroautos, die ihr Fahrzeug in der Mittagszeit laden.

Wer Strom aus der eigenen Photovoltaikanlage bezieht oder Teil einer Energiegemeinschaft ist, kann den Rabatt allerdings nur für jenen Strom nutzen, der tatsächlich aus dem öffentlichen Netz bezogen wird.

Konkret sparrt man sich 2,11 ct/kWh beim Netzarbeitspreis in der Steiermark außerhalb von Graz

Für die Steiermark (außerhalb von Graz)  bedeutet das: Statt 8,82 ct/kWh netto fallen dann 7,06 ct/kWh netto an, beziehungsweise statt 10,58 ct/kWh brutto nur noch 8,47 ct/kWh brutto. Das entspricht einer Ersparnis von 2,11 ct/kWh auf den gesamten Stromverbrauch zwischen 10 und 16 Uhr im Zeitraum von 1. April bis 30. September.

Technische Voraussetzung bleibt jedoch die Aktivierung der Viertelstundenwerte beim Netzbetreiber.

Graz hat durch wenig kleine private PV-Anlagen und Speicher pro Haushalte die niedrigsten Netzkosten in Österreich

Im unteren Ausschnitt aus der entsprechenden Verordnung sieht man das die Netzgebühren in Graz und damit der Rabatt von 20% in ct/kwh dort deutlich günstiger ausfällt.
Graz hat in Österreich die niedrigsten Netzgebühren überhaupt – von den Kosten für die Smart-Meter Umstellung, explodierende Bürkokratie durch unglaublich viele neuen gestzlichen Vorgaben und Inflation sind die Stromnetze Graz genauso betroffen. Der große Unterschied ist aber die Anzahl der Haushalte mit privater PV-Anlage am Dach und Batterie im Haus. Weil diese außerhalb der Stadt pro 100 Haushalten viel häufiger sind ergeben sich drei Faktoren die, die Netzkosten massiv hochtreiben

  1. Haushalte mit PV-Anlage (mit Batterie noch mehr) können durch eine veraltete Verrechnung aus der Zeit als es diese noch nicht gabb die Netzkosten abhängig vom Verbrauch senken. Dem Netzbetreiber entstehen aber entsprechend des Anschlusses genau die gleichen Kosten, diese müssen dann von allen anderen Haushalten mitgetragen werden.
  2. Kleine PV Einspeiseanlagen kosten pro kWh im Verhältnis zu großen Einspeiseanlagen ein vielfaches der Netzgebühren pro kWh für die eingespeiste Energie. Große Anlagen zahlen eine Netznutzung sowie eine Netzverlustgebühr – kleine Einspeiser zahlen dies nicht und auch hier müssen dann die anderen Netznutzer mehr zahlen.
  3. Haushalte mit Batterie liefern die Energie zumeist nicht netzdienlich, z.B. weil die Batterie nicht von 10 bis 16 Uhr geladen wird, sondern direkt von den ersten Sonnenstunden weg und dann wenn die Batterien um z.B. 11 voll ist jagen alle den PV-Strom und Batterie von 0 auf 100 den Strom ins Netz wenn er nicht mehr gebraucht wird.

Das führt dazu dass der Netz Arbeitpreis pro kWh außerhalb von Graz um 71% in der restlichen Steiermark als in Graz. Jedes Jahr wo außerhalb von Graz mehr kleine PV Anlagen und Batterien mehr ausgebaut werden als in Graz, wird der Unterschied größer. Aber man plant eine Umstellung der Netzkosten, damit sich Haushalte mit PV und Batterie wieder mehr nach dem Verursacherprinzip fair beteiligen und nicht die anderen Haushalte (z.B. Pensionistin in Wohnung für die Villa mit großer PV-Anlage) die Netzkosten mittragen muss.

Preisvorteil von Erneuerbaren Energiegemeinschaften sinkt

Der Strom der über Erneuerbare Energiegemeinschaften gehandelt wird ist von der Reduzierung um 20% ausgeschlossen, d.h. der schon durch die Teilnahme an einer Energiegemeinschaft um 28% vergünstigste Netzarbeitspreis bei regionalen (um Umspannwerk) Energiegemeinschaften wird nicht nochmals reduziert genausowenig wie bei lokalen Energiegemeinschaften um Trafos wo es einen Rabatt von 57% gibt. Bei Bürgerenergiegemeinschaften (Handel in ganz Österreich) gilt für die gehandelte Menge ebenfalls der Rabatt 20% zu diesen Stunden weil es dort bisher keinerlei Vergünstigen bei Netz oder Abgaben wie bei regionalen oder lokalen Energiegemeinschaften gibt.

Im Durchschnitt entfallen bei Haushaltskunden etwas weniger als 20 Prozent des Gesamtjahresverbrauhs auf diese Stunden in den Sommermonaten. Ohne bewusstes Verändern des Verbrauchsverhaltens ergibt sich daher meist eine Ersparnis von unter 4 Prozent beim Netz-Arbeitspreis.

Trotzdem sollte man auf diese Möglichkeit nicht verzichten: Wer etwa Waschmaschine oder Geschirrspüler – gerade am Wochenende – gezielt in diese Zeit legt, kann etwas mehr sparen und gleichzeitig das Stromnetz in jenen Stunden entlasten, in denen von den Zeiten grundsätzlich besonders viel PV-Strom verfügbar ist.

Da die Aktivierung ein paar Tage dauern wird und diese nicht rückwirkend möglich ist sollte man die Zeit vor dem Start am 01.04.2026 noch nutzen.

Ablauf über das Webportal des E-Werk Fernitz Purkathofer

Einloggen unter https://kundenportal.ewerkfernitz.at/– falls man noch nicht registriert ist muss man das nachholen.

Hat man einen Smart-Meter Zähler montiert, gibt es den Menüpunkt Smart Meter im letzten Drittel der Punkt links. Es wird dort die aktuelle Einstellung angezeigt – hat man bereits Lastprofil (15min) sind die Viertelstundenwerte bereits aktiviert und es ist nichts mehr zu tun.

Im oberen Beispiel waren noch Tageswerte eingstellt, mit der anderen Auswahl und klick auf Ändern kommt nochmal die Frage zur Bestätigung.

Bis die Umstellung abgeschlossen ist, wird im Menüpunkt Smart Meter dann angezeigt, dass die Umstellung läuft. Die Umsellung zwischen Viertelstundenwerten und Tageswerten funktioniert grundsätzlich nur pro Tag, weil man die Werte ja für einen Tag schwer mischen kann.

D.h. eine Kontrolle am nächsten Tag ob alles mit der Umstellung durchgelaufen ist, ist ratsam.

Und nun profitiert man autoamtisch vom reduzierten Sommerarbeitpreis bei der Netznutzung in den besagten Stunden.